Brut- und Setzzeit

Es ist Ende Mai  - die für mich schönste Zeit im Jahr hat begonnen.

Denn überall erblüht das Leben, alle Tiere sind emsig mit Nachwuchs beschäftigt, so dass ich mit Max fast ehrfürchtig durch Wald und Wiesen schleiche.
 

Die Rehe haben sich angeschickt, ihren Nachwuchs in den hohen Wiesen und Rapsfeldern abzulegen. Auf der Wiese direkt hinter unserem Haus hat das „Gozillah-Reh“ ihr Kleines.  

Diese mutige Rehmutter hat eine allzu neugierige Hündin dermaßen umgenietet, dass diese sich mehrmals überschlug und anschließend deren recht verdutztes Herrchen ebenfalls durch einen gezielten Angriff verjagt.  

Ich kann diese Rehmutter morgens und abends von der Terrasse aus beobachten, wie sie ihr noch recht winziges Kind säugt. „Alle Achtung!“, denke ich mir. Sie sieht so harmlos aus 
 

Meine Leser sollen an diesem Punkt wissen, dass das Warten, bis Mutter und Kitz tatsächlich zusammenkommen, stundenlang dauert und mir fallen fast die Arme ab vom Halten des Feldstechers. Aber für eine kurze Sekunde sehe ich dann dieses wunderschöne Schauspiel und zwei winzige Ohren tauchen neben der Mutter auf.  

Die Vögel sind voll im Brutgeschäft, die Krähen verfolgen die Milane, die Drosseln die Krähen und die beiden Elstern sind auch nicht gerne gesehen. Unser Rotschwänzchen hat noch einmal ein Nest gebaut unter unserer Terrasse. Jetzt, da es fast Mitte Juni geworden ist, haben die fünf Kleinen das Licht der Welt erblickt und ihre Stimmen sind recht kräftig geworden.  

Die Hasen sind noch immer damit beschäftigt, sich gegenseitig zu verfolgen, so dass sie Max und mich kaum wahrnehmen.
Die Rehböcke ebenfalls nicht, denn sie stellen nun den Rehdamen nach und nix anderes ist mehr interessant. 

Die Eichhörnchen schimpfen, wenn wir an „ihren“ Bäumen vorbei wollen,
der außerordentlich aufmerksame Schwarzspecht hat uns ebenfalls schon längst entdeckt. 

Am Rand einer Wiese schleicht jeden Morgen ein junger Fuchs herum. Er ist noch klein und unerfahren und wir können ihn, wenn der Wind günstig weht, gut beobachten.
Max weiß als erfahrener Anschleicher inzwischen schon Bescheid, dass da um die Ecke der Fuchs ist und bleibt dicht hinter mir, ganz langsam und vorsichtig. 

So ist der morgendliche Spaziergang hier im Paradies ein Abenteuer, denn hinter jeder Ecke kann ein wunderbares Schauspiel stattfinden.  

Wir pirschen uns also ran, Max und ich, mit gezückter Kamera in geduckter Position, werfen uns auf den Boden, um DAS Foto zu machen… 

…der perfekte Moment, ich drücke auf den Auslöser...

...da blinkt das Feld „low battery“ und die Kamera schaltet sich von ganz alleine ab

… der Hase ist nur noch 2 m von uns entfernt, ich kann die Zecken in seinem Fell sehen…

 

Wenn ich Tierfilme im Fernsehen anschaue, so weiß ich ganz genau, welche Mühen und Anstrengungen dahinter stehen, bis ein solcher Film zustande kommt.


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