Im Revier und im Bau

Was beschäftigt meinen Hund eigentlich, wenn wir spazieren gehen? Während ich tief greifenden Gedanken nachhänge, scheinen Max nur drei Dinge zu beschäftigen: Die Suche nach Fressbarem, Sex und die Konkurrenz im Revier.

 

Wenn wir unser Revier durchstreifen, sind wir also hauptsächlich auf Beutezug und sichern unser Territorium – zumindest in den Augen von Max. Wenn man anfängt, hündisch zu denken, erlebt man die Welt mit ganz neuen Augen – gar nicht mal schlecht!

 

Früher habe ich einfach nur Tannenzapfen gesammelt, um Feuer in unserem Kaminofen anzufachen. Jetzt ist diese Tätigkeit mit einigen zusätzlichen Gedankengängen verbunden. Die Zapfen sind zur Beute geworden, denn Tannenzapfen sind äußert gefährliche Wesen – man muss sie regelrecht einfangen! Ich mache ein Riesen-Zinnober um die „richtigen“ Tannenzapfen und Max findet das ganz aufregend, wenn wir uns an die Dinger heranpirschen.  Wir bevorzugen als Fangnetz eine Leinentasche, und selbst wenn sie endlich eingefangen sind, zappeln sie noch immer in der Tasche, so dass Max die Beute erst einmal zum Schweigen bringen muss und das macht er sehr gut.  Er wirft die Tasche in die Luft, er schüttelt sie, er vergräbt sie und gräbt sie wieder aus bis kein einziger Zapfen mehr zappelt. Ich gebe hier freiwillig zu, dass es mächtig Spaß macht, Tannenzapfen zu erlegen und ich feure meinen Hund an, grabe und wühle, schmeiße die Tasche… bis wir uns beide von unserem Blutrausch erholt haben und Max die Tasche würdevoll nach Hause trägt. Ganz stolz ist er, denn er hat seinen Teil der Arbeit geleistet.

 

Ich liebe die Nachmittagsruhe ganz besonders, da wir gemeinsam einen Apfel verspeisen. Max sitzt schon sittlich am Wohnzimmertisch, wenn ich mit Messer und Apfel erscheine. Ich breite sein Schlabberlätzchen aus, denn allein der Anblick eines Apfels lässt Max die Sabber-Glückshormone ausstoßen, die dann in kleinen Tröpfchen seinen Mundwinkeln entweichen. Wir teilen uns also den Apfel und dann ist Massage angesagt. Ich habe einmal über Hundephysiotherapie gelesen und das dann vorsichtig ausprobiert. Also, Max findet das ganz toll. Danach kuschelt er sich in sein Kissen
ein Bildund ich in die Schmusedecke und wir driften dahin ins Land der Träume, während im TV die Sahara Marokko verschlingt.  

 

Max markiert sein Revier und manchmal, auf längeren Wanderungen, muss ich ebenfalls markieren. Aber nun bekommt meine Notdurft eine höhere Bedeutung. Ich markiere also ganz bewusst an speziellen Stellen und kratze noch mal nach, um die Wichtigkeit meiner Notdurft zu unterstreichen. Ich kann nicht abstreiten, dass ich mir dabei total cool vorkomme …

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