Kala-Azar


.... und wieder ist es soweit: Die jährliche Impfung steht an und ich komme mir bereits wie ein armer Sünder vor, meinem Tierarzt zu „beichten“, dass wir auch dieses Jahr nicht ohne Max in den Urlaub fahren wollen (jedoch sorge ich dafür, dass Max erst geimpft wird und vom Tisch runter ist, bevor ich über tödliche Krankheiten in Südeuropa diskutiere).
 
„Kroatien?“ fragt der Tierarzt, „da muss ich Ihnen abraten!“ Ich stehe vor der Europakarte und schaue mir die knallroten Länder an, Österreich, Slowenien, Kroatien – selbst Deutschland ist orange gefärbt. Rot für tödlich, orange für „glücklich, der’s überlebt“. Ich sehe einen noch vollkommen unbefleckten Teil und bin ganz aufgeregt, ein Ort, wo wir mit Max gefahrenlos reisen könnten: Island!
 
Ich höre diesmal über eine andere scheußliche Krankheit, nicht die Herzwürmer, die die Kollegin voriges Jahr bevorzugt hatte. Sorgenvoll, mit zwei Spot-ons, Informationsmaterial von Bayer und Intervet über die verschiedenen Krankheiten sowie einer Rechnung von 147 Euro verlasse ich die Praxis.
 
Wenn mir das Leben meines Hundes am Herzen liege, so solle ich doch wenigstens eine Blutuntersuchung machen nach unserer Rückkehr, meint der Tierarzt – kostet so um die 150 Euro, kein Thema also …
 
Seit meinem Besuch beim Tierarzt und dem anschließenden akribischen Studium der mir freundlicherweise überlassenen Infos der Pharmaindustrie fressen sich die Parasiten nun Nacht für Nacht durch meine Bettdecke.
 
Ich denke an die Plitvitcher Seenlandschaft und sehe vor meinem geistigen Auge, wie sich am Uferrand der blauen Wunderlandschaft, direkt neben unserem Wohnwagen die Mücken aus ihren Hüllen befreien… Myriaden von Mücken, die nichts anderes vorhaben, als meinem schlafenden Hündchen das Blut auszusaugen, und dabei die Kala-Azar zu übertragen…
 
Island.
Drei Monate hat es gedauert, bis wir übers tosende Meer hierher fanden. In der kahlen, baumlosen Landschaft blubbern die Schlammlöcher, vom heißen Inneren unseres Erdenballs angeheizt, vor sich hin. Ansonsten ist es Sommer, so um die 10 Grad Celsius. Ein eiskalter Wind weht um die kahlen Hügel … Max hat seit 3 Tagen nicht mehr gepinkelt, weil keine Bäume da sind…
 
Schweißgebadet wache ich auf und nehme mir vor, den Tierarzt zu wechseln.
Copyright
 
Der Mensch am anderen Ende der Leine
 
Tiere suchen ein liebevolles Heim
 
Mein Favorit zum Thema Hundeerziehung
 
 
Heute waren schon 20 Besucher (42 Hits) hier!