Süpersex


An diesem noch mal herrlich herbstlichen Morgen bin ich mit Max tief im Wald unterwegs. Wir haben gerade ein Suchspiel beendet und schlendern den Weg entlang, als plötzlich eine junge Hündin aus dem Dorf auftaucht. Sie läuft immer mal wieder weg und hinter uns her, begrüßt uns für eine Weile, um dann wieder genauso schnell zu verschwinden, wie sie aufgetaucht ist. 
 
Laut Auskunft ihres Herrchens Anfang der Woche ist die Hündin am Ende ihrer Läufigkeit angelangt und so schenke ich der Angelegenheit keine weitere Beachtung. 

Ich werde erst hellhörig, als sie so ganz gegen sonstige Gewohnheiten nicht wieder verschwindet, sondern meinem Rüden ihr Hinterteil darbietet und die Rute zur Seite legt.
 
„Oh Scheiße!“, denke ich.
„Mach mir den Hengst, Baby!“, denkt die Hündin.
Und Max denkt: „Jackpot!!! … 6 Richtige im Lotto plus Zusatzzahl und Super Sechs!“


 
Die Hasch-mich-ich-bin-der-Frühling-Hündin huscht von dannen in den dunklen Tannenwald und Max hinterher. Testosteron hat das Hirn meines Hundes überflutet und quillt ihm bereits aus den Ohren. Die Hündin hat immerhin 2 Kilometer ohne Herrchen zurückgelegt, um sich mit meinem Rüden zu paaren und ist ebenfalls auf keinen Fall bereit, sich von mir die Chose vermiesen zu lassen. 
 
Vor meinem geistigen Auge tauchen 14 Welpen auf, die alle aussehen wie Max. Als Alpharüdin kann ich die Reproduktion der mir Untergebenen nicht zulassen, hetze grollend durch den Wald hinter den Hunden her und sehe sie endlich etwa 20 Meter vor mir. Max reitet bereits auf. Als sie mich herankeuchen sehen, rennt die Hündin weiter, ebenso mein Rüde. So geht das Spiel stetig weiter bergauf. Ich trete bereits auf meine Zunge und stelle fest, dass meine Kondition zu wünschen übrig lässt. Alle 20 Meter bleibt die Hündin stehen und Max reitet auf. Endlich bekomme ich bei einem weiteren Fluchtversuch der Beiden mit einem geschickten Hechtsprung meinen Hund zu fassen und kann ihn anleinen. 

Der Jackpot verschwindet am Horizont und ich kann erst mal Luft holen. „Geschafft“, denke ich, denn ich dachte eigentlich immer, dass Rüden den läufigen Hündinnen hinterher rennen, aber ich habe noch nie eine Hündin erlebt, die wahrlich gedeckt werden möchte.
 
Nun folgt auf etwa 1,5 Kilometer Länge ein Spiel, das mich in höchstes Erstaunen versetzt. Die Hündin verfolgt uns, sabbert schlimmer als mein Rüde, markiert um uns herum. Sie legt sich vor uns und räkelt sich. „Komm Schatzi und vergiss die blöde Spaßbremse“, scheint sie Max mitteilen zu wollen. Max jammert und zerrt an der Leine wie ein Gebissener. 

Es soll noch ein sehr langer und anstrengender „Spaziergang“ werden, der mir jedoch sehr viel Neues und Interessantes über das Verhalten von Hündinnen in der Standhitze preisgibt.

Max ist durch den Wind ... das wird wohl noch einige Tage dauern.


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