Amundsen



„Links! Links!“ brülle ich, während Max droht in der hohen Schneeverwehung zu verschwinden.
 
Aber ein Mann ist ein Mann und Max grummelt unzufrieden, weil sein heldenhaft gewählter Rechtsdrall nicht funktioniert.
 
Ich stehe bereits bis zu den Knien im Schneegestöber… Macho-Max dreht endlich nach Links und kann sich noch befreien, bevor die gefährliche Schneeverwehung ihn endgültig verschlingt.
 
Nur knapp sind wir dieser gefährlichen Situation entronnen und sind beide froh, hier in den einsamen Wäldern im Tal der Vergessenen nicht umgekommen zu sein. Das ist Abenteuer pur!
 
Wieder sind wir, Max und ich, die Pioniere. Die, die sich – wie einst Amundsen - in unbekannte Regionen vorkämpfen, um dem Rest der Welt zu berichten, was wir sahen.
 
Keine Spur ist vor uns und jeder Schritt ist ein Wagnis!
 

Ich höre …. absolut nichts Weiter als meinen eigenen Herzschlag und das altersbedingte Hintergrundrauschen in meinen Ohren!
 
Nach dem gestrigen grausigen Wind ist die Landschaft in eine unheimliche Stille versunken. Kein Vogel, kein einziges Lebewesen will davon zeugen, dass Max und ich nicht allein auf dieser Welt übrig geblieben sind. Drei dieser fast unüberwindlichen Schneewehen liegen bereits hinter uns – wie viele werden noch vor uns liegen?
 
Wir dringen in den Wald ein und Max nimmt die Spur des einzigen Fuchses auf, der es –wie wir und Amundsen- gewagt hat. Es erweist sich als sinnlos, denn der einsame Fuchs ist bereits verschwunden, aufgelöst in einer unendlichen Weite von nackten Bäumen und einem weißen Schneekleid, das alles Leben erstickt.
 
Mit meinen mindestens 10 Kilo Klamotten, exakt 2,7 Kilo Übergewicht und meinen Walking-Stöcken kämpfe ich mich voran, versuche Halt zu finden, unter all dem Unrat, den der Schnee verbirgt, während ein zarter Windhauch den schweren Schnee von den Bäumen genau in mein Genick wirft, zwischen Schaal und Kragen – und ich verfolge das eiskalte Rinnsal, das sich hinab zu meiner kranken Bandscheibe schleicht.
 
Max wittert hinab und auch ich sehe das einsame Reh dort unten – verloren sieht es aus zwischen all den nackten Bäumen.
 
Aber wir müssen weiter – wenn wir überleben wollen!
 
Endlich entlässt uns der Wald und ich sehe im Weiß in Weiß die Silhouetten unseres Dorfes… unser Haus, der warme Bau, die freundlich warme Höhle.

 
Max findet den allerletzten Apfel –  also doch noch Beute nach dieser Jagd!

Mein lebensrettender Schlüssel dreht das Schloss – Sesam öffnet sich und eine wohlige Wärme strömt uns entgegen...
 
Max kaut an seiner Rinderhaut und ich liege auf dem Sofa mit Brot, Ei und Apfel und die nette Dame im Fernsehen erzählt uns ein Märchen.
 
Ist das das Paradies?  Ich meine JA!
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