Der Drachenmann

 

Heute war ein „herrlicher“ grauer Tag, ja, einer der Tage, wo man schon morgens aus dem Fenster schaut, um sich unter der Bettdecke zu vergraben und auf bessere Zeiten zu hoffen. Der Wind peitscht den Regen zu senkrechten Säulen, die eine nach der anderen meinen Blick passieren während ich noch sicher, warm und trocken hinter der verglasten Wohnzimmertür stehe und ungläubig hinausstarre.

 

Max und ich werden uns gleich in dieses Grauen begeben und mein Hund wird mir zeigen, dass es kein schlechtes Wetter gibt - ganz im Gegenteil! Patschen im Matsch und wuseln durch die nassen Wiesen, jau – DAS macht Spaß! Die Ohren fliegen im Wind und die Schnubbelnase wittert all diese Düfte, die so viele interessante Wesen hinterlassen haben. Baden im eiskalten Bach ist doch mega! … oder?

 

Ein ekliger Wind weht in Böen und ich stülpe mir die Kapuze über meine Schildkappe. Als wir an der Bachwiese ankommen und ich noch über Mittelohrentzündung und Grippe nachdenke, hat der Regen aufgehört und wir sichten einen Mann, der oben am Planweg etwas aus seinem Auto auslädt. Als wir näher kommen, kann Max seine Neugier nicht mehr zähmen und läuft hin bis auf 10 Meter, um zu sehen, was der Typ da treibt und ob er ihn kennt.

 

Ich pfeife und Max dreht sich zum Gehen. Plötzlich geht der Mann in die Hocke, klatscht mit den Händen und breitet die Arme aus. Unwiderstehlich bekannt ist diese Geste für Max und er rennt zu ihm, seinem neuen Freund…  sie spielen – ich pfeife nach einer Weile nochmals und der Mann zeigt mit seinem Finger in meine Richtung. Max erkennt wohl, dass da noch so’n Mensch steht und der Mann gibt ihm einen freundlichen Klaps auf den Po und schiebt ihn in meine Richtung, woraufhin mein Hundi zu mir eilt.

 

Als ich schon viele hundert Meter entfernt bin, der Mann ist außer Sicht, erspähe ich einen Drachen, der sich mit dem Wind gen Himmel emporzwirpelt, immer höher und höher. Der Wind spielt mit dem Drachen und ich freue mich, dass sich da draußen in dem windigen Grau in Grau wohl noch einer freut.

 

Max hat einen neuen Freund und ich kriege diesen Mann nicht mehr aus dem Kopf …

 

 

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