Die Arche

Sonntag war ein wunderschöner Tag. Sonnenschein, die Vögel singen bereits ihre Frühlingslieder und die Krokusse blühen, von fleißigen Bienen besucht.


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Meine Freundin war schon vorangegangen mit der Aufgabe, eine Spur für uns zu legen und sich mit ihrem Hund zu verstecken. Sie hatte eine Viertelstunde Vorsprung, bevor Max und ich die Verfolgung aufnahmen. Mantrailing ist ein schönes Spiel für alle Beteiligten. Max ist immer schon ganz aufgeregt, wenn ich ihm das Geschirr anlege. Natürlich haben wir die Beiden gefunden. Während die Hunde herumtollen, erfreuen meine Freundin und ich uns an diesem herrlichen Tag. Da der Bach bis an den Rand gefüllt ist, lässt sich Max hineinplumpsen und spielt Treibholz. Wenn’s ihm zu schnell wird, steuert er das Ufer an und während er sich um die eigene Achse dreht, steigt er aus. Auf einem Hügel können wir über das ganze Tal blicken, unten glitzert der See und die Traube der Menschen auf dem Planweg –die sich diesen schönen Tag nicht entgehen lassen- zieht an uns vorüber.

 

Auf diesem Berg werde ich meinen Auftrag erfüllen.

 

Ich hatte ja schon erwähnt, dass Max täglich dicke Äste nach Hause schleppt und auf keinen Fall davon ablässt, obwohl wir bereits zwei riesige Asthaufen im Garten aufgetürmt haben.

 

Als ich gestern Nachmittag wieder von einem nassen Spaziergang zurückkam, uns beide trocken gerubbelt hatte und auf meinem Schaukelstuhl so vor mich hinschaukelte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

 

Max wusste schon immer was! Seit dem es im November anfing, fast täglich zu regnen, ahnte er es. Tiere sollen ja angeblich Naturkatastrophen vorausahnen können. Ich hatte mich auch schon gewundert, warum diese beiden Kanadagänse plötzlich da waren, unten am Bach, obwohl die gar nicht hier her gehören. Die Zeugen Jehova, die uns neulich besuchten, erzählten ebenfalls, dass das Ende nahe sei. Der Klimawandel ist täglich im Fernsehen und die Bildzeitung schreibt, dass es in 12 Jahren rum ist. Also, wenn DAS keine Zeichen sind…

 

Dieser eine sonnige Tag war lediglich eine Verschnaufpause, die mich unbewusst auf diesen Berg führte, der Ort, zu dem ich die Versammelten führen werde. Max hat die Stelle markiert. Das nächste Tief kommt schon morgen und neben diesem sah ich auf der Wetterkarte das Nächste und so weiter …

 

Max und ich sind also dazu bestimmt – wir sind die Auserwählten, die, die die Arche bauen sollen. Daher sammeln wir fleißig weiter.

 

Jeden Abend, wenn ich im Bett liege, lasse ich die lange Reihe derer an mir vorbeiziehen, die mit sollen. Man kann so herrlich dabei einschlafen.


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