Die andere Seite des Tals
Da ich wegen der 6-wöchigen Hitze der Nachbarshündin auf die andere Seite des Dorfes und unseres Tals geflüchtet bin, haben Max und ich vier neue Freundinnen gefunden. Eine kleine Unannehmlichkeit des Lebens kann sich also durchaus zum Vorteil entwickeln.
 
Dulcinea (mit echtem Namen Vinja), einst Max’ große Liebe und die kleine Ronja, eine Kreuzung zwischen Labbi und Giraffe, die nun 8 Monate alt ist mit deren Frauchen, denen weder Regen noch Matsch die Laune verdirbt und die sich auch nicht über spielende schmutzige Hunde aufregen. Am Ende unserer Spaziergänge haben wir Menschen herzlich gelacht und sehen, jetzt im November, nicht viel anders aus als unsere Hunde.
 
Während die beiden Hündinnen sich gesucht und gefunden haben, ist Max eher an den ominösen Rüden interessiert, die hier wohl kurz bevor wir auftauchen, ihre Runden drehen. Diese Tatsache ist sehr verdächtig und mit äußerster Sorgfalt zu behandeln, wenn wir unser Revier vergrößern wollen, und oberflächlich betrachtet erst mal wichtiger als die beiden Hundedamen.
 
Kurz schaut er mal, was die Beiden da machen,


um sich wieder den verdächtigen Gerüchen am Wegrand zu widmen.
 
So schön spielen die beiden Hündinnen,


sie sind ja um Einiges jünger als mein Purzel und ich sehe langsam ein, dass ich im mittleren Alter auch nicht mehr naiv die Welt erobern wollte, zumindest nicht mehr so, wie als Teenager. Denn auch mein Horizont hat sich in den vielen Jahren meines Lebens, wenn auch nur langsam, so doch etwas geweitet.
 
Ab und an packt es Max und er dreht richtig auf, rast um die Hündinnen rum und spielt …


um dann wieder vor uns Menschen herzutrotten, während die Hündinnen sich im Schlamm der Pfützen wälzen und Ronja das erste Eis ihres Lebens entdeckt,


das unter ihren ellenlangen Beinen in winzige Stückchen zerbricht und dem Schlamm darunter freie Bahn nach oben ermöglicht.
 
Wird Max langsam alt? Er mag nicht mehr so wild spielen und toben. Mit seinen fast sechs Jahren ist er im besten Alter und wohl einfach nur erwachsen.
 
Da setzt er andere Prioritäten und sieht zu, dass kein Konkurrent ihm die beiden neuen Damen streitig macht, markiert, knurrt und kratzt, um zu unterstreichen, dass jetzt ER der Chef auf dieser Seite des Tals ist. Ich würde also sagen, Max denkt weitsichtig – er plant sozusagen in die Zukunft -  und ich bin ganz stolz auf ihn.
 
Während ich in meinem Hund zukunftsplanende Weisheit zu entdecken meine, sinniert Ronjas Frauchen darüber, was sie wohl tun könnte, damit Ronja nicht mehr so wild umher rast oder endlich leinenführig wird und ich sage mit echtem Wissen aus der eigenen Erfahrung gesammelt:
 
„Warten. – Einfach nur warten.“

Copyright
 
Der Mensch am anderen Ende der Leine
 
Tiere suchen ein liebevolles Heim
 
Mein Favorit zum Thema Hundeerziehung
 
 
Heute waren schon 19 Besucher (42 Hits) hier!