Im Hier und Jetzt


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Zeit

 … ist das Schlagwort unserer Epoche. Die, die zu viel davon haben, schlagen sie tot – sie füllen selbst ihre Freizeit mit Verpflichtungen, um später zu behaupten, sie hätten keine Zeit, damit eben diese Langeweile, oder besser gesagt, innere Unruhe, gar nicht erst aufkommen kann. Die Terminkalender sind voll und wenn ich eine Bekannte treffen will, so ziehe ich schon mal „ganz spontan“ meinen Terminkalender für 2007.

 

Wer also lernen will, wie man im „Hier und Jetzt“ lebt, der kann entweder nach Tibet laufen, um sich in einem dortigen Kloster in viertausend Meter Höhe und bei minus 20 Grad Kälte die derzeit trendigsten Ratschläge holen – oder er schafft sich einen Hund an.

 

Natürlich ist der Hund an meiner Seite ebenfalls mit Laufen verbunden. Ich hätte gerne einen Kilometerzähler, nur der Neugier halber, um zu sehen, wie oft ich nun die Erde umrundet habe (rein Kilometermäßig natürlich). Aber laut Statistik sollen Hundeführer mit zu den gesündesten Menschen in unserem Land zählen, resistent gegen Kälte, Regen, Schnee und Eis. Fit, drahtig und aufmerksam, denn sie achten nicht darauf ob es regnet, bergauf oder bergab geht, da sie in höchster Konzentration nur auf einen Punkt (eben wie bei der Meditation) fixiert sind, nämlich dass ihr Köti seinem genetisch bedingten Jagdtrieb nicht Folge leistet.

 

Wir können selbstverständlich die Zukunft nicht bestimmen, obwohl wir das gerne möchten. Jeder Mönch in Tibet würde mir hier zustimmen.

 

Ich habe eine wertvolle und einzige Kopie eines Buches, mit welchem ich meinen Unterricht gestalten soll – mein zukünftiges Brot, die Saat welche in EUROs aufgehen wird. Ich komme von einem Toilettengang zurück und sehe einige Seiten eben dieses Buches vor mir auf dem Boden liegen. Noch frage ich mich: „Wie denn dies??...“, als ich Köti im restlichen Haufen freudig schlabbernd vorfinde. Noch hat er keine Seite zerfetzt und ich eile hin zu ihm, um ihm zu befehlen, aus diesem Haufen herauszutreten und mich mein zukünftiges Brot einsammeln zu lassen.

 

Max wirft sich im Haufen auf den Rücken, grummelt und grunzt, zappelnd und sich wälzend…  Ich muss einfach lachen, ich lache und lache und petze meinen Hund in die Problemzonen. Wir raufen in dem Seitenhaufen, die Blätter fliegen und meine Zukunft ist bestenfalls zerknittert ….

 

Das Hier und Jetzt ist so ein Spaß und ich nehme mir gerne die Zeit dafür.

 

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