Machtgerangel
Fünf Jahre waren wir nicht mehr beim Welpentreffen, welches die Halter von Max Eltern alljährlich arrangieren.
 
Und nun war es wieder soweit und wir schnappten unseren Purzel und fuhren hin. Das Treffen fand an einem sehr schönen See statt und das Wetter war uns freundlich gesonnen.
 
Meine Sorge um unseren Purzel war glücklicherweise unbegründet, denn es waren so viele Rüden dort, dass Max die nicht alle fressen konnte.
 
Nun, da alle Hunde älter und reifer geworden sind, war all überall Geknurre und Gebell zu hören, da die Rüden erst mal klar machen mussten, wer nun der große Zambusi sein sollte und die Hündinnen die zudringlichen Kerle wegbissen.
 
Ich mochte diese Leute dort, die sich offensichtlich gut mit Hunden auskannten, denn sie tranken Kaffee, aßen Kuchen und amüsierten sich, die Kinder spielten und die Hunde rangelten um die Macht, ohne dass sich ein Mensch einmischte.


Es herrschte dann nach einer Weile auch eine Art grummelnder Waffenstillstand unter den Rüden und als eine Dame mit einem kleinen Dackel um die Ecke kam, waren plötzlich alle Rüden ein Kopf und ein Arsch und liefen auf die Frau zu, um sich ihren „Nachmittags-Snack“ näher anzusehen.
 
Max hat sich wacker gehalten, vorbildlich den Mogo gemacht und konnte sogar eine Hundedame davon überzeugen, dass er ein Krötenmann war, denn er war kaum von ihr zu trennen.
 
Am Abend hörten wir schon wieder Gebrüll und Machtgerangel – diesmal in der Nähe unseres Dorfes, dort, wo der große Wald anfängt. Die Hirschbrunft war in vollem Gange und man konnte die Obermacker bis in unseren Garten hören. Es klang außerordentlich beeindruckend.
 
Wir fuhren also einige Tage später des Abends hin und parkten unser rotes Spielmobil an der Seite der riesigen Arena, gut eine Stunde vorher, und verhielten uns ruhig. Es wurde dunkel und meine Spannung wuchs, denn nun müsste es jede Sekunde losgehen. Vor meinem geistigen Auge waren bereits alle kapitalen Hirsche des riesigen Waldgebiets unterwegs auf diese eine Wiese, um wie die Rüden auf dem Welpentreffen den Mogo zu machen und die Hirschdamen zu becircen– als plötzliches Motorgeräusch zu hören war.
 
Ein Jäger fuhr quer über die Wiese auf uns zu, um uns mitzuteilen, dass er es gar nicht gut fände, dass wir uns die Hirschbrunft anzusehen gedachten. Wir würden ihn stören, meinte er noch und rauschte mit lautem Getucker von dannen.
 
Ich fragte mich noch lange, warum der Mann nicht in seinem Versteck geblieben ist, um die Hirschbrunft mit uns zu genießen, anstatt mit seinem Krach alle Tiere zu verjagen.
 
Auch wieder Gerangel um die Herrschaft auf dem Platz?
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Der Mensch am anderen Ende der Leine
 
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