Muttertag

Max liegt faul auf der Wiese, ich zupfe Unkraut im Gemüsebeet und mein Mann döst auf der Terrasse.

 

„Maxl! Ja, Maxl! höre ich die Stimme meiner Schwiegermutter, ich höre Tüten rascheln… „Jaaaa, Maxl!“ singt meine Schwägerin und eine Stoffgiraffe landet in Max’ Schnute. Stolz präsentiert er sie meinem Mann und allen anderen Besuchern. Dann kommt da dieses riesen Rinderohr aus der Knistertüte raus und Max entscheidet sich erst mal dafür. „Diätohr!“ lässt meine Schwiegermutter verlauten und ich sehe es an Max’ lustlosem Kauen… vielleicht lieber doch die Giraffe. „Schau’ mal Maxl“ flötet meine Schwiegermutter und es knistert wieder eine Tüte, die ist prall gefüllt mit Schleckerlies und nun ist Max vollends davon überzeugt, dass Muttertag gar nicht mal so übel ist.

 

„Der hat doch Hunger“ meint Schwiegermama beim Kaffeetisch besorgt während ich versuche, ihr zum hundertsten Mal zu erklären, dass Hunger haben zu Max’ Trickkiste gehört. Natürlich schaut er sie an, als wäre er seit Wochen weder gefüttert, noch in irgendeiner anderen Weise verwöhnt worden.  „Isst Max auch Torte?“ „NEIN!“ „Trinkt er auch Milch?“ „NEIN!“

 

Ich mache mit meiner Schwägerin und Max den Nachmittagsspaziergang.

                           
                 ein Bild

 

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Auf dem Rückweg höre ich Moritz bellen und leine Max vorsichtshalber an. Als wir an der Wegkreuzung vorbeikommen, sind da Moritz und die Zeck-Bande.  Fünf Hunde, seine Kumpels und die zwei entzückenden Australian Kattle-Damen. Ich ignoriere Max’ Gejammer und wir gehen zügig vorbei, als sich mein herzallerliebster Köti plötzlich hinschmeißt, weil er lieber zu der Hundeparty will, als weiter Muttertag zu feiern. Ich hebe ihn also hoch und schiebe ihn am Po voran, was ihm gar nicht gefällt. Meine Schwägerin bemerkt: “Der hört ja gar nicht!“ Max hat's versaut und sich für einen vergänglichen Moment als ganz normaler Köter entpuppt.

 

Zurück im Garten kaut Max zufrieden an seinem Knochen.

 

„Ist das ein echter Knochen?“ fragt Schwiegermama. „Ja.“

 

Beim Abendessen meint Schwiegermama: „Aber ihr müsst Maxl doch jetzt endlich füttern, er hat doch auch Hunger! … Gebt ihm doch die zwei Schweinestückchen“ – „NEIN!“

 

Sie liebt den einzigen „Enkel“, den wir ihr zu bieten haben, heiß und innig. „Ich komme bald wieder, Maxl“, sagt sie und knuddelt ihn, als sie geht. Wir begleiten sie hinaus und ich passe auf, dass sie ihm nicht noch heimlich eine Leberwurst zuschiebt.

 

Max findet, dass Muttertag täglich stattfinden könnte – und noch viel besser wäre, wenn ich ihn auch noch zur Hundeparty lassen würde …

 

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