Pflegeljahre

Pflegeljahre                                      

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Es fängt schon am frühen Morgen an. Und dann wird der ganze Tag so !

 

Die Ohren meines Hundes scheinen nicht mehr zu funktionieren. Hat er etwa einen Tinnitus ? Oder gar einen Gehirntumor ? Ist er plötzlich - von einem Tag auf den anderen - des Wahnsinns fette Beute geworden ? Er weiß noch nicht einmal mehr, wie er heißt !

 

Ich sage "komm" und er geht, ich sage "lauf" und er geht tatsächlich bei Fuß ! Warum muss er plötzlich jagen ? Wir haben das Nichtjagen doch geübt ! Warum versteckt er die ätzenden vollgerotzten Taschentücher irgendwelcher "Umweltschützer" in der Seite seiner Lefzen wenn er genau weiß, was "AUSS" heißt ?

 

Warum ist plötzlich der kärglichste Sch***haufen interessanter als ich ? Das wunderbar funktionierende Apportieren ist plötzlich zum Versteck- und Nachlaufspiel geworden.

 

Der Größenwahn ist über ihn gekommen und er möchte das ganze Land besitzen inklusive aller hündischen Damen. Die anderen Jungs sind plötzlich Feinde geworden.

 

Er markiert selbst über meine Markierung, die ich in der Not im Wald hinterlasse. Er markiert und markiert und schabt und kratzt ...... bis nach Neuseeland.

 

Ich weiß nicht, wie lange die morgendliche "Superzeitung" meine dürftige Leine übersteht. Vielleicht ist der Dritte Weltkrieg angesagt und ich hab's nur nicht mitgekriegt !

 

Wir begegnen dem riesen Rüden, dem Chef im Revier, wo sich Max immer sooooo lieb verhalten hat und auf einmal stellt mein Hund Rute, Nackenhaare und alles was er sonst so stellen kann ge'n Himmel und knurrt gar sehr defährlich!!!

 

Oh wäre ich nur ein Wolf im Wolfsrevier und könnte ich diesen kleinen Scheißer am langen Arm verhungern lassen, will heißen einfach ignorieren und meinen für das Rudel wichtigen Überlebens-Jagdfeldzug fortsetzen.... so über den Dingen stehend, da ICH ja weiß, wo's lang geht --- wären da nicht diese anderen Menschen, die Autos und die Straßen und zweimal so schwere Rüden wie Max... mit Zähnen bis auf die Erde!

 

Max wird erwachsen und ich habe irgendwie Angst davor, denn es ist nicht immer leicht, die "Coole" rauszuhängen.

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Der Mensch am anderen Ende der Leine
 
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