Rouladen
Max große TV-Show beginnt, wenn mein Mann oder ich uns anschicken, das Essen zuzubereiten. Mit außerordentlichem Interesse verfolgt Max jede Bewegung unsererseits und ist durch nichts abzulenken – das ganz große Kino eben.
 
Besonders, wenn ich Rouladen zubereite (ich mache immer gleich 10 Stück auf einmal, um einige einzufrieren). Max sitzt dann neben mir und stöhnt, richtig laut und fast obszön. Man könnte meinen, einen gequälten Hund vor sich zu haben, der niemals gefüttert wurde und um den sich keiner jemals gekümmert hat.
 
Er weiß natürlich, dass ein wenig für ihn abfällt, wenn ich das Fleisch zurecht schneide, jedoch ist der Abstand zwischen dem Happen, der eben für ihn abfällt und dem nächsten Happen einfach zu langwierig, da ich immer zwei Rouladen erst füllen und rollen muss – dann sind die nächsten zwei dran und so weiter. Aber was heißt hier „langwierig“? Eine Ewigkeit liegt dazwischen und wie schnell ist er, Max, einfach verhungert. Kann ich das überhaupt richtig einschätzen?
 
Beim Füllen der Rouladen werde ich das Gefühl nicht los, dass Max auf einen Schwächeanfall meinerseits wartet – ich würde zu Boden sinken und zwar so, dass er noch auf mich drauf steigen kann, um die Rouladen auch zu erreichen, denn die Küchenzeile ist recht hoch…
 
Ich glaube nicht, dass er die Notwendigkeit des Füllens, Rollens und anschließenden Anbratens erkennt und gutheißt. Er scheint keinen Gedanken daran zu verschwenden, dass auch wir essen wollen und müssen, dass wir dies sogar gerne tun, besonders wenn es um Rouladen geht.
 
In Max herrlichem Paradies sind wir einzig und allein vom Besengott dazu geschaffen worden, ihn mit Futter zu versorgen, denn wenn die Kühlschranktür sich öffnet, kann nur er gemeint sein.
 
Wer denn sonst?

 
Copyright
 
Der Mensch am anderen Ende der Leine
 
Tiere suchen ein liebevolles Heim
 
Mein Favorit zum Thema Hundeerziehung
 
 
Heute waren schon 20 Besucher (135 Hits) hier!