Und ewig...

...lockt das Weib!

 

Es ist Frühlingsanfang und die Mächte scheinen sich gegen mich verschworen zu haben. Es gibt nix mehr anderes als heiße Hündinnen und ich bekomme bereits ein seltsames Gefühl, wenn ich irgendeinen Hundehalter am Horizont erblicke.

Da winkt mir Herrchen zu mit seiner entzückenden frei laufenden Hündin, ich winke zurück mit meinem frei laufenden Rüden, der, intakt mit zwei riesen Eiern und ohne Hirn auf die Hündin zusteuert. Der Hundehalter immer noch winkend. Die Hunde treffen aufeinander, der Hundehalter mit beiden Hunden bei mir angekommen sagt ganz trocken: „Die ist aber heiß! Seit einer Woche schon!“ „Ach nee, ne?“ Was soll ich auch sonst sagen?  

Max schnuffelt und sabbert, die Hündin lässt ihn nicht (Gott sei Dank!) und der Halter fragt: „Kann der denn noch so richtig?“ „ABER JA DOCH!“ brülle ich fast und der Halter sagt: „Ich hab’ auch gar keine Leine dabei.“  „Ach nee, ne?“, denke ich wieder, pflücke Max von der Hündin und leine ihn an. „Sie müssen ein wenig aufpassen.“, sage ich noch beim Weitergehen.   

Also die andere Seite des Dorfes für die nächsten 2 Wochen… 

Zwei Tage später passiere ich das Haus von Max Lieblingshündin und just in dem Moment kommt Frauchen mit eben dieser aus dem Hause und läuft in 100 m Abstand parallel zu uns für ca. 10 Minuten. Ich winke ihr zu und lasse Max im Freilauf. Als der Weidenzaun, der die Hündin und Max trennt, zu Ende ist, rennt Max los zur Hündin. Die Beiden begrüßen sich freudig. Und nun, und erst dann, brüllt Frauchen: „Das geht jetzt aber nicht! Die ist heiß“ „Echt? Das habe ich doch gleich gerochen.“, denke ich mir. Ich schaue mir das Schauspiel an, denn ich habe eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung in der rechten Schulter und bin froh, auf beiden Beinen aufrecht gehen zu können.   

„Jetzt ruf ihn doch mal!“ brüllt Frauchen und ich überlege ernsthaft, was ich wohl als intakter Rüde täte, wenn ich endlich nach 7 Jahren Enthaltsamkeit zum Schuss käme und irgendein Idiot mich zu sich rufen würde. Ich könnte jetzt mit einem T-Bone-Steak winken und Max würde mich keines Blickes würdigen. 

Die Hündin beugt sich runter zum Bach, Frauchen kreischt, und Max rammt seine Nase in das Hinterteil der Hündin. Ich denke mir, dass es wohl besser sei, die Hündin zu rufen, denn Max ist ja am Ort seiner Träume festgenagelt. Also rufe ich die Hündin, die freudig zu mir eilt und schnappe mir meinen jammernden Rüden.  

„Sie haben mich doch die ganze Zeit gesehen“, sage ich noch. Nach langem Hin und Her stellt sich heraus, dass die Frau nicht daran gedacht hatte, dass ihre Hündin heiß ist. Kann ja mal vorkommen. 

Also, nur noch die Südseite des Tals, wo ich mit Max friedlich laufen kann. Ich kann ja ausweichen, kein Thema.

Als uns die Hündin aus der Nachbarschaft begegnet auf dieser einzigen Ausweichstrecke und mir der Halter die Zauberworte mitteilt, kann ich die unzähligen Duftspuren deutlich vor meinem geistigen Auge sehen.
 

Wir sind umzingelt... 

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Der Mensch am anderen Ende der Leine
 
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