Warum tut er das ?

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Warum klaut Max Socken und Schuhe und rennt damit von dannen? Obwohl ich doch kreischend hinter ihm herlief, der böse Hund sollte doch die Sachen wieder hergeben! Warum hört der denn nicht?

 

Ganz einfach, weil ich ihm das Klauen beigebracht habe.

 

Bis ich merkte, wie mein Hund tickt, muss ich ganz schön blöde Sachen angestellt haben – ich stelle das mit Stolz fest, denn Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Hundeerziehung.

 

Ich habe natürlich viel über Max gelernt, noch mehr von ihm, und am allermeisten über mich selber. Besonders, was Konsequenz angeht, lag bei mir so einiges im Argen.

 

Max hat mir meine Inkonsequenz natürlich immer prompt vor Augen geführt und es war nicht leicht, das Fehlverhalten bei mir zu suchen.

 

Besonders, als er noch kleiner war, habe ich hier und da die Gefahr für ihn erkannt und er war dann auch entsprechend uncool und nervös – eben so wie ich. Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich gemerkt habe, dass zwischen meinem Gefühl und seiner Reaktion ein Zusammenhang bestand. Das heißt im wortwörtlichen Sinne: Ich konnte zwar so tun, als wäre ich cool, aber Max hat’s bemerkt. Ich erkannte, dass ich meinen Hund emotional nicht betrügen konnte!

 

Die verbesserte Erziehung von Max bestand für mich also darin, mich in Coolness zu üben.

 

Ich gebe hierzu gerne ein Beispiel, wenn es auch trivial klingt, so ist es doch bemerkenswert: Um die Ecke hat eine Bekannte ihre 3 Ziegen geparkt – Max und ich müssen nun täglich daran vorbei. Sobald ich denke: „Hoffentlich bellt er die Ziegen nicht an!!“ wird er gerade das tun oder es zumindest versuchen. Denke ich das nicht und lege den Sch***-Egal Gang ein – ignoriert er sie.

 

Dass Max ein Telepath ist, will ich hiermit nicht sagen – aber, er kann offensichtlich den Grad meiner Gefühlsstimmungen empfangen. Ich glaube ernsthaft, dass Hunde Meister im Erraten von Gefühlen und Stimmungen sind. Ebenso sind sie Meister der Körpersprache.

 

Ich kann mich daher nicht verstellen und so entdecken wir –Max und ich- manche Dinge eben offenermaßen ängstlich und wagen uns gemeinsam eben mit entsprechender Vorsicht an die zu bewältigende Sache heran. Das funktioniert gut.

 

Und nach dem wir’s ein paar Mal probiert haben, werde ich ruhiger und Max ebenfalls.

 

Es liegt daher etwas sehr Wahres in der alten Weisheit: „Wie der Herr, so’s Gescherr!“

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