Zu Besuch bei Oma und Opa

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Seien wir mal ehrlich, wie war denn das früher, wenn wir Oma und Opa besucht haben – fanden wir es so toll, mit ihnen am Tisch zu sitzen und uns zu unterhalten? Oder haben wir uns nicht doch eher auf den großen Obstgarten hinter dem Haus gefreut, oder die Tatsache, daß es wirklich zu jedem Essen als Nachtisch Vanillepudding gab?

Hunde sind da, wie bei vielem anderen, nicht viel anders als Kinder. Neulich fahren mein geliebter Vierbeiner und ich ins ferne Hamburg, meine Eltern besuchen. Die freuen sich schon riesig, auch auf Scotty (mein Vater hätte sich ihm gegenüber neulich beinahe als "dein Großvater" bezeichnet...).

Wir klingeln. Der Hund tritt ungeduldig von einer Pfote auf die andere. "Ach wie niedlich", denke ich, „daß er sich so auf meine Familie freut!" Meine Mutter reißt die Tür auf und beugt sich, die Arme weit ausgebreitet, mit einem entzückten "Na, mein Scotty!" zu selbigem hinunter.

Der aber schießt komplett ignorant an ihr vorbei, läßt auch meinen Vater links liegen, rast durchs Wohnzimmer, kommt auf rutschendem Teppich, nur knapp einer schmerzhaften Kollision entgehend, vor der Terassentür zum Stehen und bricht in histerisches Dauerbellen aus --- denn da draußen liegt der Ball der Bälle. Von meinem Bruder bei unserem letzten Besuch ins Spiel gebracht und von Scotty liebevoll in ein unförmiges, luftloses und schlammfarbenes Leder-Etwas umgearbeitet, das. ordentlich durchnäßt, so schön fiept, wenn es nach dem Reinbeißen wieder Luft zieht.                    

Hätte ich ihn für die nächsten vier Tage unseres Besuches einfach im Garten gelassen, wäre es für Scotty wahrscheinlich ein rundum gelungener Urlaub geworden.

Ich habe ihn aber gezwungen, hin und wieder am Familienleben teilzunehmen...

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